Veränderungen

Liebe Blog-Gäste, Leser und Hörer,

da geht man seit über 20 Jahren zum gleichen Arzt, ist seit 25 Jahren im gleichen Haus, isst seit Urzeiten mit Vorliebe das gleiche Brot, bleibt seinem Gemüsehändler treu, und was passiert dann?

Ich ziehe mit meinem Blog im November letzten Jahres hier ein. Als Dauermieter natürlich - so denke ich. Das Verhältnis zwischen Vermieter Posterous und Mieterin Michèle ist freundlich-entspannt. Daran ändert sich bis heute auch nichts, nur leider sind Mängel im Haus aufgetreten, die der Vermieter trotz größter Anstrengungen einfach nicht zu beheben weiß. Das ist superschade, denn ich wohne gerne hier.

Solange ich jedoch nicht alles laden kann, nicht weiß, ob ihr alles seht und aufrufen könnt, eine Statistik bekomme, die nur eine Handvoll views erfasst - nämlich seit Neuestem meine eigenen - solange ziehe ich in eine neue Behausung. Ob ein Dauerheim daraus wird oder irgendwann die Rückkehr erfolgt - man wird sehen.
Unter Umständen werden zwei Wohnungen genutzt, je nachdem, welche Dienste der 'Vermieter' in seinem Haus offeriert. Ich hinterlasse fortan bei Twitter meine neue Adresse und verweise dann separat im Fall der Fälle auf Posterous.

Es wäre schön, wenn ihr mich auch im neuen Heim besucht. Dort bemerke ich es, sehe Kommentare und nehme gerne Anregungen und auch Kritik entgegen. Ihr kennt mich mittlerweile: ich setzte nicht gern ausschließlich vor. Ich freue mich immer über Gedankenaustausch.

Den Link zum neuen Blogdomizil schicke ich separat.

Bis bald?

Liebe Grüße
Michèle

 

Nachtrag

Ihr findet mich jetzt vorrangig unter dieser Adresse:

http://michelelegrand.wordpress.com/

 

Wann Castings für mich anfangen, interessant zu werden…

Quarree_gesicht_2012_gruppenfoto
Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere Leser bzw. in dem Fall eher Hörer an einen Boo, nämlich den vom 01. April. Es ging darin u a. um eine Casting-Veranstaltung im Wandsbeker Quarrée. Wandsbek ist ein östlich gelegener Stadtteil von Hamburg, und das Quarrée ist das lokale, relativ große Einkaufszentrum. Für mich günstig gelegen, daher komme ich dort häufiger vorbei.
Im Februar startete der Wettbewerb „Quarrée Gesicht 2012“ mit einer Casting-Woche. Damals meldeten sich weit über 900 junge ‚Models’ zum Foto-Shooting. Es gab einen Recall  im März mit etwas über 300 Eingeladenen,  bei dem natürlich weiter gesiebt wurde. Übrig blieben danach ca. 130 Teilnehmer. Diese erhielten in einem Workshop Laufsteg-Training und am 01. April die Gelegenheit zu einem Auftritt bei einer Frühjahrsmodenschau.
Wer dort positiv auffiel und weiterkam, gewann einen weiteren Workshop, der vertieftes Catwalk-Training vermittelte, sowie erste Kenntnisseanbot, die für die Darstellung einer sogenannten „Living Doll“ (Schaufensterpuppe, die gelegentlich auch lebendig wird) nötig sind.

Die nächste Stufe dieses Wettbewerbs war für die Kunden des EKZ am Freitag und Sonnabend (06. und 07.05.2001) live mitzuerleben. Diesmal wurde völlig auf einen vorbereiteten langen Catwalk verzichtet. Stattdessen ließ man die Kandidaten in Gruppen durch das gesamte Zentrum promenieren, inkl. Rolltreppenfahrt und Stopps, bei denen in Posen verharrt wurde.

Ich hatte diese Veranstaltungstermine vorher übersehen und habe mich beim ersten Mal gehörig erschrocken, als plötzlich in meiner Nähe resolutes Gebrüll begann. Wie sich herausstellte, handelte es sich jedoch nur um einen harmlosen Fotografen, der einer Gruppe von sechs gestylten jungen Damen irgendwelche Anweisungen zurief.
Einmal darauf aufmerksam geworden, hatte ich natürlich Blut geleckt. Mit Castings im Fernsehen kann man mich üblicherweise jagen, aber so live mit allem Drumherum, das hat was. Ich beschloss, mir einen strategisch günstigen Platz zu suchen und von dort aus das Geschehen zu beobachten. Strategisch nahezu perfekt war – dreimal dürft ihr raten – mein Eiscafé direkt an der Rolltreppe.

Wer jetzt meint, ich könnte die Models näher beschreiben, sagen, was exakt sie trugen, wer die oder der Beste war, wie das Können zu bewerten war – keine Ahnung, ich gucke immer auf andere Dinge.

Am Freitag waren die Mädchen innerhalb der kleinen Gruppen alle völlig unterschiedlich angezogen, nur das Oberthema war gleich. City-Look, Strand-Look, Freizeit, Sport.

Posieren_models_weibl_06mai2011
Die Folge war, dass nicht jeder Passant und Kunde gleich bemerkte, dass sich ihm Models und Fotograf näherten. Wer gerade durch einen Seiteneingang ins Zentrum trat, befand sich manchmal mittendrin. Das ist ein Bild für die Götter!
Am Anfang keine Reaktion, alles normal. Dann der Gedanke: Warum laufen die alle im Gänsemarsch? Leichte Unruhe.
Als nächstes: Huch, wo bin ich hier hineingeraten?? Etwas Hektik und abruptes Stoppen.
Der Fotograf wird entdeckt. Hier spaltet sich das Volk. die einen schmeißen ihr Lächeln an und wollen ins Bild, die anderen sind panisch am Auseinanderstieben. Bloß weg hier!!
Der Fotograf selbst ist genervt. Mist, schon wieder die Falschen mit auf dem Foto.
Der Auf-/Gänsemarsch der Models muss wiederholt werden.
Die männlichen Models laufen offensichtlich woanders, denn hier kommen sie nur gelegentlich zum Posen auf den Rolltreppen vorbei. Sechs fesche Jungs mit Polohemden und hochgestelltem Kragen, weißen Leinenhosen und als Accessoire hat jeder eine große rechteckige Einkaufstüte aus Papier mit Kordel in die Hand gedrückt bekommen. Mitten auf der Rolltreppe folgt die Ausführung der Aufgabe: Die Handetasche muss lebendig sein!
(©Bruce Darnell)
Models_mannlich_rolltreppe_kl_7mai2011
Alle halten ihre Tragetasche fotogen am seitlich ausgestreckten Arm. Zauberhaftes Lächeln (oder eher Grinsen) Richtung Kamera. Einsetzender Applaus von einigen Kunden des Quarrées. Ich habe den Fotoapparat dabei, nur es stehen häufig Leute davor im Bild. Ich lege ihn also wieder zur Seite, als nochmals ein leicht kümmerlicher Applaus ertönt. Das Geklatsche von höchstens zwei bis drei Personen. Ich schaue zur Rolltreppe. Sind die Models schon wieder da? Ein "Nachwuchsmodel" fährt gerade hinab. Es ist ein älterer Herr mit Wohlstandsbauch, der seine Karstadttüte ebenfalls sehr ambitionös am weggestreckten Arm in die Gegend hält und engagiert posiert. Es wirkt schon komisch...
Schade, dass der hauptamtliche Fotograf das nicht mehr mitbekommen hat. Solche zusätzlichen Bilder wären sicher nett. Ich habe es auch zu spät gesehen, und ehe ich  meinen Apparat wieder einsatzbereit habe, hat Model ‚Graue Tolle’ seinen Auftritt bereits beendet.

Gestern erwischte ich beim Einkaufen zweimal die Mädchen, diesmal alle einheitlich angezogen. Sie zogen einige Männerblicke auf sich, wenn sie hüftschwingend zwischen Bäcker und Gemüsestand entlangzogen.

Models_einheitlich_mit_sonnenbrillen_7mai2011
Mittendrin aufgebaut ein kleines Szenario für Gruppenfotos. Hintergrund, Podest und besseres Licht. Als ich diesen Stand passiere, soll gerade wieder eine Aufnahme entstehen. (Siehe auch Bild über dem heutigen Artikel) Die jungen Damen sind ja inzwischen keine Neulinge mehr. Gekonnt schalten sie ihr Zahnpasta-Lächeln ein, ziehen nicht vorhandene Bäuche ein und drücken durchaus vorhandene Brüste noch ein bisschen weiter vor.
Der Fotograf brüllt: „Hüpfen! Auf drei!“
Offenbar gibt es leichte Differenzen bei der Auslegung von „drei“. Zu früh gehüpft, zu spät gehüpft, allein gehüpft, Balance verloren, Lächeln vergessen… Es ist gar nicht einfach.

Wisst ihr eigentlich, welches Wort angeblich das beste Lächeln erzeugt?  Ein französisches Wort „Ouistiti“ (gesprochen ui-sti-ti)  – was soviel heißt wie „kleines Äffchen’. Soll – wie gesagt alles freibleibend -  ein schöneres Fotolächeln  erzeugen als das italienische „famiglia“,  das spanische „patatas“, das polnische „marmolada“ oder das holländische „zaar een(s) kaas“ (Sag Käse)… Nur mal so am Rande.
Als ich zum Abschluss beim Geflügelhändler anstand, bediente mich eine ältere Angestellte. Ihr junger Kollege hatte bereits einen Kunden. Applaus klang in der Nähe auf. Sie rollt mit den Augen, grinst dann diebisch und stößt ihren Kollegen freundschaftlich in die Seite.
„Achtung, gleich kommen die Mädels wieder. Vergiss nicht, weiter zu bedienen und sabber nicht wieder so rum!“

Wie ich schon sagte, mich interessieren bei Castings eben mehr die Reaktionen…
Und wieder wird nach diesem Wochenende der Kreis der Auserwählten kleiner. Ich bin sehr darauf gespannt, wenn vom 17. - 19. Juni die Aspiranten auf den Titel „QUARREE Gesicht 2012“ als lebendige Schaufensterpuppen in den Schaufenstern der Geschäfte im Einkaufszentrum auftauchen!
Der  letztendliche Gewinner wird erst im Herbst feststehen. Mitte Oktober endet alles mit einer finalen Herbst-Modenschau.
Sehr schön. Also gibt es für mich (oder für euch, wenn ihr hier lest) noch einiges zu entdecken. 

Models_weiblich_rolltreppe_7mai2011
Auch für die Mädchen galt: Rolltreppe bewältigen.

Wen es interessiert, hier ist noch einmal der Link zum Boo vom 01. April, der auch Casting-bezogen war.
http://theladyfromhamburg.posterous.com/freitags-boo-so-siehts-aus-heute



 

Freitags-Boo: Rückschau und gibt es bald zusätzliche Führerscheine?

Heute - ich will nicht sagen ausschließlich - aber doch hauptsächlich für diejenigen, die etwas Zeit mitbringen (ca. 12 min.) 
Ich hoffe, Posterous funktioniert insoweit wieder, dass ihr den Boo abrufen könnt. Alles weitere im Boo selbst, und vorweg die Frage: Wie fit seid ihr denn unterwegs im Hinblick auf sicheres Mitführen von ... Gegenständen?

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Toll hinbekommen! Tag der Arbeit? Ja, durchaus - wenn man es so sieht...

01. Mai, der Tag der Arbeit.
Nun, offensichtlich nicht nur der, sondern bei mir gleichzeitig auch der Tag grandioser, aber etwas unnützer Arbeitsbeschaffungsideen. Oder, stimmt auch nicht ganz... Sagen wir es anders: die Ideen gingen ja noch, die Auswirkungen hingegen waren ein zum Teil veritables Kopfschütteln wert. 
Der erste Anfall kam am Morgen: Ich muss Gardinen waschen! Man hat ja auch sonst nichts zu tun. Ich empfand plötzlich, sie hätten es jetzt wirklich nötig. Und mal ehrlich, die meiste Arbeit macht doch die Maschine!
Halt! Den Satz nehme ich gleich zurück, denn schon beim Abhängen stellte ich fest, dass er falsch ist. Wer hat das eigentlich behauptet? Nein, mir war der Elan schon wieder abhanden gekommen.
Gefummel über Kopf, lahme Arme, unterdrücktes Stöhnen. Im Keller dann die Stoffmeter in die Trommel….. und leider, leider habe ich sie danach in der Maschine für ein etwas längeres Weilchen vergessen.
Es fiel mir eben - ca. sieben Stunden später -  wieder ein, und so kämpfe ich gerade mit einem Bündel Knüllstoff. Ich habe es jetzt feucht aufgehängt. Stopp,in korrigiere: ich habe eben den feuchten Stoff aufgehängt (ich kenn' doch meine Pappenheimer hier!), und nun wirkt es tatsächlich fast so, als würde er sich doch von alleine wieder glatthängen.

Nicht ganz so glimpflich endete - zuerst - ein richtiges Glanzstück des heutigen Tages. Ich hatte beim Saugen kurzerhand beschlossen, auch die Tastatur des Laptops auf diese Art von in Spalten hängenden Krümeln und Fitzeln zu befreien. Meiner Ansicht nach war dieser Versuch bisher auch schon zweimal von Erfolg gekrönt gewesen. Was ich allerdings nicht bedacht hatte, war, dass ein erst kürzlich neu eingesetzter Staubsaugerbeutel die Saugkraft um ein Vielfaches erhöht hat. Folge: Flupps! Die Alt-Taste war weg. Eingesaugt.
Was tun?
Nun, sich freuen, dass ein relativ neuer Beutel im Staubsauger ist, was die Suche doch ziemlich erleichtern dürfte.
Die Freude vergeht, als sich dort – so wie es aussieht - keine Taste befindet. Geschüttelt, wie Frau Holle ihre Kissen und fünfmal von außen den noch platten Beutel sorgsam Millimeter für Millimeter abgetastet. Nichts.
Nächste Idee: es könnte sich noch im Schlauch befinden. Schlauch demontiert. Vom Staubsauger und danach in seine diversen Einzelbestandteile. Nichts.
Den Raum, in dem die Tüte eingesetzt wird, einer näheren Kontrolle unterzogen, weitere Motorstaubfilter entfernt. Nichts.
Die Bodenbürste geschüttelt und mit Schraubenzieher jeden kleinen Winkel abgestochert. Nichts.

Danach überlegt, ob die Taste vielleicht noch gar nicht so weit gekommen war. Meine Reaktion ‚Staubsauger aus plus mittleres Fluchen" kam ziemlich flott. Vielleicht fiel die Taste auf den Boden oder auf die Couch. Dort hatte der Laptop gelegen. Ich knie nieder und rutschte herum. So klein und unscheinbar ist eine quadratische, anthrazitfarbene Taste ja auch nicht, dass sie auf einem rotem Teppichboden nicht auffallen würde. Jedoch - nichts.
Ich nehme mir ein weiteres Mal den Staubsaugerbeutel vor. Fühle nochmals. Von außen absolut kein Zeichen. Hilft nichts, ich muss auch mit den Fingern reinlangen. Weiche Flusen empfangen mich. Wollmäuse. Doch schon welche da.
Wieder Faser für Faser und siehe da, in einer doppelt gelegten Falte steckt das wertvolle, hochgeschätzte und sehr vermisste Tastenteil. Es ist heil geblieben. Die kleinen Clips sind nicht gebrochen, sie lässt sich also leicht wieder aufsetzen.  Danach erfolgt der Wiederzusammenbau des Staubsaugers. Geschätzter Zeitaufwand insgesamt: eine dreiviertel Sunde.

Aufgrunddessen beschloss ich, spontane, tolle, aber undurchdachte Ideen für heute zu begraben und mich etwas gesitteter aufzuführen. Der Rest lief störungsfrei. Schlauch montieren klappte reibungslos. Nichts tropft, keine Verletzungen.
Was lehrt mich das?
1) Rückstände auf dem Laptop sind weniger schwerwiegend als fehlende Tasten.
2) Wenn dir die Gardine dunkler vorkommt - aufziehen!
3) Fang sonntags nie an, die kreative Putzfrau zu spielen. Standardprogramm reicht völlig.

Und wie lief es bei euch? Meine leise Hoffnung ist, ich habe weitere gelegentliche "Glanzlichter" unter meinen Lesern....

Freitags-Boo: Der Bogen von Hochzeit zu Militärflughafen...

Letzter April-Boo und wieder ein sehr schön sonniger Tag, der sich dem Ende zuneigt.
Wir hatten die Royal Wedding, die im Boo aber wirklich nur ganz am Rande eine Rolle spielt. Doch wie es manchmal so geht, komme ich heute über Hochzeit, Reise etc. zu einem anderen Erlebnis...

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Wir haben jetzt einen Dicken ....

Ausschnitt_schmetterling_nah

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Mal eine indiskrete Frage so zwischen uns: Wie laufen eigentlich tendenziell die Gespräche zwischen euch und euren Müttern ab? 
Entspricht es der allgemeinen, landläufigen, ordinären Vorstellung? (Was immer das auch ist …!)
Ich muss immer lachen, wenn in Fernsehfilmen diese Schiene gefahren wird:
Besorgte Mutter nervt schon erwachsene Kinder  leicht mit übertriebener Fürsorge, großer Anhänglichkeit, Kontrollwunsch und Besser-Wisser-Allüren. Oft gepaart mit der Eigenart, immer ein bisschen wehzuklagen  („Ich höre ja gar nichts von dir…!“)  oder sich leicht entrüstet zu zeigen. („Nein, das hätte es zu meiner Zeit nicht gegeben…!“)
Der Altersunterschied ist superdeutlich, fast so, als wären mindestens zwei Generationen dazwischen, und was die Interessen angeht? … Nun, es liegen Welten dazwischen. Mutter ist etwas unausgelastet, hat nicht so recht Ideen und die Gespräche drehen sich um Haushalt, Essen kochen, Erziehung und verpasste Gelegenheiten. Die leichte Unzufriedenheit kommt ständig durch, genauso wie in jedem zweiten Satz ein leicht vorwurfsvoller Unterton aufhorchen lässt.
Das andere Extrem – auch eine sehr gern genommene Variante heutzutage – ist, die Mutter als  hippe, superbeste Freundin darzustellen, super jugendlich, kleidungsmäßig kaum vom Nachwuchs zu unterscheiden, cool und gesprächsmäßig läuft es eher so ab:
„Du kannst mir  echt alles sagen, ich verstehe dich total. Wir sind doch wie Zwillinge. Wollen wir nicht am Wochenende gemeinsam etwas unternehmen?“
Gleiche Sprache, gleicher Friseur, gleiche Ansichten. Je nach Film kommt das bei Töchtern oder Söhnen supergut oder grottenschlecht an.

So, und nun ich. Ich war gestern meine Mutter besuchen. Die, die Ostern mal eben ‚weg’ war. Die, die sich modische Klamotten selbst näht, aber nicht meint, sie müsse wie eine 30jährige aussehen. Auch die, die trotz aller Nähe immer auch ein bisschen Distanz, Misstrauen und Vorsicht zeigt. Gebranntes Kind.
Wir haben unseren Kaffeeklatsch nachgeholt und nach kurzem, offiziellem Teil mit Begrüßung und Blumen austauschen, ging das eigentliche Mutter-Tochter-Gespräch los.

„Hab’ ich dir das schon erzählt? Wir haben jetzt einen ganz Dicken. Die anderen sahen ja viel trainierter aus.“
Auch das ist meine Mutter. Sie fängt gern mittendrin an und ist felsenfest überzeugt, dass ich sowieso weiß, wovon sie gerade spricht. Gelegentlich gebe ich mir ja die Blöße und frage ganz dumm nach. Gestern wusste ich nur, dass sie wahrscheinlich etwas vom Garten erzählt. Ich hake also geschickt nach:

„Tja, im Garten ist immer was los, nicht wahr? Seit wann ist ER denn da (DER Dicke, habe ja schließlich zugehört)?“
„Seit letzter Woche. Ein halbes Jahr war kein einziger da, davor hatten wir ja die beiden Wasserscheuen…“
Treffer! Ich weiß jetzt, wovon sie redet. Sie hatten immer zwei kleine Frösche auf dem Grundstück. Das Erstaunliche ist, das gar kein Teich da ist! Aber seit Jahren kommen zwei Quaker und hausen im Schuppen. Durch irgendwelche Ritzen schummeln sie sich herein und scheinen sich dort extrem wohl zu fühlen.
Meine Mutter musste sich erst daran gewöhnen. Aber das erste  Hilfegeschrei verstummte, der Auftrag an meinen Stiefpapa, die Untermieter umzuquartieren, wurde zurückgenommen und langsam freundete sie sich regelrecht mit den Lümmeln an. Wenn sie mal nicht da waren, kehrte meine Mutter mit leicht sorgenvollem Gesicht aus dem Garten zurück:
„Wo die wohl sind? Ob denen etwas passiert ist?“ 
Als sie wieder auftauchten beging meine es gutmeinende Mama den Fehler, den Gesellen vor Freude und Dankbarkeit ein flaches Schälchen mit Wasser hinzustellen, direkt im Türeingangsbereich.
„So, hier habt ihr was. Ist ja kein Wunder, wenn ihr abhaut. Keine Wasser …“
Es kam ganz anders. Der eine, etwas größere, drahtige Frosch schlug einen großen Bogen um das Nass, der kleinere, unerfahrenere,  grünere Wicht latschte durchs Wassergefäß, verschreckte sich furchtbar, hüpfte mit großen Sprüngen weg, und beide ließen sich geschlagene drei Wochen nicht mehr blicken. Der Kommentar meiner Mutter:
„Frösche und Wasser passt anscheinend nicht zusammen. Aber Katzen gehen schwimmen, oder?“
Kopfschüttelnd widmete sie sich anderen Dingen.

Im Herbst letzten Jahres, verzogen sich die Frösche, wie jedes Jahr. Keine Ahnung, welchen Platz sie sich zur Überwinterung suchten. Karfreitag öffnet meine Mama den Schuppen und findet in einer Ecke einen neuen Einwohner. Den Dicken. Auch ein Frosch, nur offenbar eine andere Gattung und „nicht so trainiert“ wirkend.

Wir tauschen daraufhin weitere Erlebnisse mit Gartenbewohnern aus. Ich erzähle ihr von Emily, meinem zutraulichen Rotkehlchen, vom dem Gimpelpaar, das bis auf den Terrassentisch kommt, von einer dusseligen Biene, die dreimal ins Haus flog und nie alleine herausfand und von dem Schmetterling am Ostersamstag, den ich jetzt dank Foto und Internet-Recherche offenbar identifiziert habe.
Sie will wissen, wie ich das mit Google gemacht habe. Was ich eingegeben habe. Ich erzähle ihr von meiner Stichwortwahl, die zuerst sehr allgemein war und mir als Suchergebnis  u. a. weiße Schmetterlings-Stringtangas auswarf.  Ich beschreibe ihr, wie ich Stück für Stück vorankomme, wann das Eingrenzen auf Weißlinge erfolgt  und von meiner Schwankerei zwischen ‚Reseda-Falter’ und ‚Aurora-Falter’.
„War bestimmt ein Aurora-Falter“, kommt es sehr überzeugt von meiner Mutter.
„Ach, weißt du, wie die aussehen?
„Nö, aber es klingt schöner…“
Soweit die Information einer Fachfrau. Inzwischen weiß ich, dass es tatsächlich ein Aurora-Falter war. Der männliche Schmetterling ist nicht nur oben auf den Flügeln weiß und darunter weiß mit grünen Tupfen, sondern er hat – im Gegensatz zum Weibchen – auch noch orange Flügelspitzen. So ein Exemplar erschien einen Tag später, und ich bin fest überzeugt, dass ein Pärchen zu Besuch war.

Die Mama erzählt nun wiederum von ihrem leichten Stress mit einer Taube und einer Amsel, die beide beschlossen hatten, in der Dachrinne ein Nest zu bauen. Großes Gekakel und  Gekeife, wildes Flügelgefuchtel und –geschlage.
Meine Mutter findet, dass die Taube zu korpulent ist, um dort zu nisten.
Mein Stiefpapa hat mehr die nicht unbegründete Angst, dass sie ihm von dort aus etwas auf sein Haupt fallen lässt. Direkt darunter befindet sich der Sitzplatz mit Tisch und Stühlen. Er holt einen Besenstiel und will sie mittels Drohgebärden vertreiben. Meine Mutter beschwichtigt ihn:

„Schatz, wart’s ab, die sind sich doch noch gar nicht einig.“
Eine halbe Stunde später ist der Streit vorbei, und beide Vögel haben das Interesse an der Rinne verloren.
„Kenn’ ich schon“, so die Mama, wir haben hier dauernd irgendwelche angefangenen Nester, und im Endeffekt ziehen die dann fünfmal um, bevor sie sich mal entschieden haben…“

So geht es weiter mit unserem Austausch. Keine Ahnung, ob das jetzt ein generell typisches Mutter-Tochter-Gespräch ist. Aber es ist eine typische Unterhaltung, wie wir sie führen.
Als ich aus der Haustür trete, hängt im Türrahmen eine Spinne.
„Iiieehh, mach die weg!“ kommt es von hinten.
Da habe ich brav meiner Mama gehorcht und habe dieses Ungeheuer mittels Besen in die Botanik befördert.
Verratet es nicht weiter, aber wäre ich nicht dagewesen, hätte sie sich wahrscheinlich gar nicht angestellt und selber zum Besen gegriffen, oder sie hätte mir ihr geplaudert…

Ausschnitt_schmetterling_nah_2
Aurora Falter (weiblich)

Ein Blick zur Uhr oder: Am Ende dieser Tage ..

Eine gewisse Anzahl von Eiern jeglicher Art (Hühner-, Schoko-, Marzipanei) hat schon daran glauben müssen. Verspeist. Unwiederbringlich vernichtet. Aber gut waren sie …

Während hier noch veritable Restbestände vorhanden sind, sieht es mit den Reststunden dieses herrlich langen und wunderbar warmen, sonnigen Osterwochenendes allerdings etwas betrüblich aus.
Ich habe mal gehört, dass es zwei Arten (neben Millionen anderen natürlich) von Menschen gibt: die, die auf die Uhr schauen, weil sie glauben, die Zeit schleiche, würde gar nicht vergehen, klebe fest. Die anderen verfolgen die Zeiger, weil sie gar nicht fassen können, dass ein gewisser Zeitraum sich dem Ende nähert, dass der Sand fast durchgelaufen ist im Eierglas. Der Blick zur Uhr ist hier die leise Hoffnung auf eine Überraschung: Ach, es ist doch erst 15 Uhr?
Gepaart mit dem unterschiedlichen Empfinden beim Blick auf die Uhr, ist auch das generelle Empfinden. Der Zustand, in dem sich ein menschliches Lebewesen befindet.
Nur einmal ganz grob umrissen: Hat es Langeweile, tut sich scheinbar nichts, mit dem es etwas anfangen kann, sucht es Unterhaltung von außen, die tragischerweise nicht kommt. Oder ist die Erwartung zu hoch, was in der vorhandenen Zeit alles kolossal Starkes passieren soll, dann folgt der genervte Blick mit der Feststellung: Nichts los! Die Zeit geht heute wieder überhaupt nicht herum. Es ödet mich an. Unterhaltet mich. Tut was.
Wochenenden und Feiertage sind ein rotes Tuch. Auffällig immer, dass die Änderung der Situation von außen erwartet wird.
Hier findet man auch viele Menschen, die wochentags so eingespannt und beschäftigt sind, dass der Unterschied am Wochenende zu gewaltig ausfällt.  Die Selbstbeschäftigung funktioniert nicht auf Anhieb – schon gar nicht auf Knopfdruck. Im Innern kehrt nie Ruhe ein, da immer der Drang zur Aktion da ist. Gelegentlich streikt der Körper aus Müdigkeit und Überlastung, aber der Geist spielt sein eigenes Spielchen. Was? Nichts am Laufen?  Blick zur Uhr: Erst 15 Uhr? Dann folgt ein herzerweichendes Stöhnen.
Die zweite Spezie ist unter Umständen in der Woche genauso eingespannt, nur stellt für diese die Tätigkeit nicht den Mittelpunkt des Universums dar. Nebenher gibt es andere Dinge, die unheimlich interessant und wünschenswert sind. Diese Sorte Menschen liebt und sehnt sich nach freier  Zeit für ‚eigenes’ Programm, eigen hier im Sinne von selbstgestaltet (im Gegensatz zur vorherigen Gruppe). Sei es für  das Pflichtprogramm (was auch irgendwann erledigt werden will) oder – wesentlich mehr natürlich – für das Freizeitprogramm. Dieses beinhaltet alles andere. Nicht nur Aktivitäten, Unterhaltung und Kontakte, sondern zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil eben auch Entspannungsphasen. Mancher versteht darunter vielleicht nur mehr Schlaf, aber das alleine ist es oft gar nicht. Es heißt vielmehr, Dinge in Ruhe machen, genießen, entspannen, beobachten, lesen, baden, Sonne tanken..... Ein dem ureigenstem Bedürfnis entsprechendes Verhalten. Da die meisten im Verhältnis 5:2 Tage arbeiten bzw. Wochenende/freie Tage haben, ist die freie Zeit natürlich immer unterrepräsentiert. Folge: sie ist dem Empfinden nach zu kurz und wird als ‚fliegend’ wahrgenommen.
Das Erstaunliche ist immer wieder, dass auch die Menschen, die konstant über Langeweile klagen, dennoch natürlich nie und nimmer auf ihre freien Tage verzichten würden. Sie verbringen sie halt leicht genervt oder sind Künstler im Animateure finden.
Wie ich überhaupt auf dieses Thema komme?  Eingangs erwähnte ich die nur noch wenigen verbleibenden Reststunden dieser Feiertage und ergänze Folgendes, weil mich schon wieder so nette Reaktionen und etwas besorgte Nachfragen nach meinem Befinden erreicht haben:
Geht davon aus, dass ich ganz generell gesehen mehr zur zweiten Kategorie der oben beschriebenen Spezie Mensch gehöre und nehmt folgende Situation:
Es gibt Zeiten, da wirst du gefordert. Die Arbeit, die Pflichten, der private Alltag – alles scheint auf einmal enorm Kraft zu ziehen. Mehr als sonst. Ein Auto hätte wahrscheinlich das Gefühl, nur noch auf wenigen ‚Töpfen` zu laufen. Alles strengt mehr an. Der Gegenwind bläst kräftiger. Deine Reaktionen werden anders. Dein Körper meldet sich anfangs murmelnd:
Na, komm, achte ein bisschen auf Balance.
Nach einer Weile knurrt er dann aufmüpfiger:
So, meine Liebe, jetzt ist hier aber Schluss! Du machst jetzt Pause! – oder auch: Ändere etwas!
Und wer das immer noch so penetrant ignoriert, der bekommt – wie man es so schön umgangssprachlich ausdrückt – einen vor den Latz. So ist es mir in der letzten Woche ergangen. Und leider hat erst das etwas bewirkt.

Ich habe mir jetzt ein paar Urlaubstage im Mai erkämpft, die ich ursprünglich  wieder nicht hätte bekommen bzw. auf einen unbekannten Termin hätte verschieben sollen. Ich werde etwas tun, was mir gut tut. Auch diese Osterfeiertage habe ich mir schon als Urlaubstage gestaltet, wohl wissend, dass es noch vieles gäbe, was erledigt werden müsste. Nur, ich denke, es läuft mir nicht davon.

Ein weiteres kleines Osterei lacht mich übrigens gerade so freundlich von der Seite an. Armes Ding… Sein Schicksal ist besiegelt. Ja, manchmal ist das Leben hart. Warum soll es auch ein Ei besser haben…
Ich werde es mir gönnen  und sehr dankbar daran denken, was allein diese letzten vier Tage bewerkstelligen konnten.

Ich hoffe, auch für euch war es ein schönes Osterfest.  

Ostern (bei mir)

Ostereier
Ein Stündchen ist noch Zeit. Ich erwarte Kaffeebesuch, auf den ich mich schon freue.Töchterchen mit Freund. Dann gibt’s Ostereier, Erdbeerkuchen mit Schlagsahne auf der Terrasse (oh, die muss ich gleich noch schlagen – die Sahne, nicht die Terrasse), und natürlich wird sich lebhaft ausgetauscht. Klönschnack eben.
Jeder begeht Ostern auf seine Art. Wie, ist wohl auch vom Alter und von den Familienverhältnissen abhängig.
Ihr Jüngeren, die ihr so Anfang 20 seid, lebt vielleicht noch zu Hause oder besucht heute die Eltern zum Ostertreff.
Ihr anderen, vielleicht mit Familie und kleinen Kindern, zelebriert heute Ostern daheim und kindgerecht.
Meine Generation wiederum, mit inzwischen erwachsenen Kindern bekommt eher Besuch, freut sich natürlich sehr, wenn eines auftaucht -  und zwar freiwillig und gerne – nimmt es aber genauso gelassen, wenn eben an den Tagen vielleicht schon ein anderes Programm geplant ist. Man kann es auch noch nachholen.
Die noch ältere Generation der Großeltern – ja, da bin ich ein bisschen überfragt. Ich gehe hier jetzt nur von meinen eigenen Beobachtungen aus. Großmutter selbst bin ich ja nicht.
Vielleicht war es irgendwann einmal so, dass dort der Treff stattfand, bis zu einem Zeitpunkt, an dem es den älter werdenden Familiengliedern bei gleichzeitig wachsender Familie (+ Anhang) zu viel wurde. Als nächstes wurde sich im Wechsel besucht, und dann plötzlich beginnt eine Phase, in der  alles der Einfachheit halber  bei der mittleren Generation stattfindet.
Und jetzt – bei mir hier zumindest – startet eine weitere Periode. Ich nenne sie: alle an der langen Leine laufen lassen.  Die Betonung bitte auf alle. Meine Kinder waren schon immer an der langen Lange. Ich glaube, die kann man sich leisten, wenn in den frühen Lebensjahren ein Band geknüpft wurde, das einerseits innig und sehr vertraut  verband, andererseits aber auch klarmachte, wie weit man gehen darf. Es ist ein besonderes Band, eines, das nicht einengt. Ein loses lebenslanges Verbundenheits-Familien-Freundschafts-Bändchen mit kleinem Alarmknopf für Notfälle.
Zurück zur Familie. Meine Mama ist keine typische Großmutter. Sie hat viele Interessen, und trotz gesundheitlicher Einschränkungen ist sie ziemlich aktiv unterwegs. So hat sie mir vor ein paar Tagen auch kurzerhand mitgeteilt, dass sie Ostern „weg ist“. Wir haben uns aber neulich wieder zum Kaffeeklatsch getroffen und werden es mit Sicherheit auch demnächst wieder tun.. Ich war nur etwas überrascht, weil der Osterbesuch eigentlich schon fest ausgemacht war. Tja, auch die Mamas sind eben gern an der langen Leine.
Mein Sohn trifft über Ostern Freunde, die nur an solch hintereinander liegenden Tagen Zeit haben, nach Hamburg zu kommen. Also werde ich mir ihn und seine Freundin einfach bei Gelegenheit separat „schnappen“. Sie wohnen nicht weit weg.

Und heute? Momentan habe ich es mir auf der Gartenbank gemütlich gemacht, und wenn ich so hinunterschaue in den Garten, dann fällt mir wieder ein, wo die ganzen Verstecke waren, an denen wir für die Kinder Eier und kleine Geschenke versteckten.  Diese Frühaufsteher zwangen mich häufig dazu, schon um 5 Uhr morgens aufzustehen, um im Garten Osterhase zu spielen, da ab 6 Uhr mit ihnen zu rechnen war. Und damals glaubten die beiden noch an den austragenden Meister Lampe.
Im ersten Jahr des draußen Versteckens hatte ich angenommen, ich würde mich natürlich daran entsinnen, wo ich überall etwas versteckt hatte. Pustekuchen!
Im zweiten Jahr prägte ich es mir besser ein und merkte mir auch die Anzahl der versteckten Teile. Es reichte leider auch nicht aus.  Die Folge waren jedes Mal noch Wochen später auftauchende, in Zellophan eingewickelte Ostereier. Ein silbrig schimmerndes Ei entdeckte eine Elster vor uns. Wie hörten nur das Gekrächze draußen und sahen sie mit etwas kämpfen und herumhüpfen. Nachdem sie es leicht zerhackt hatte, ließ sie davon ab und wir durften dann die Überreste entsorgen.
Ab dem dritten Jahr hatte ich einen kleinen Lageplan.
Falls ihr bisher noch nicht Eiersuchen mit kleinen Kindern und speziell mit ehrgeizigen Geschwisterkindern gemacht habt, so weise ich nur darauf hin, dass ein wahres Wettrennen nach den Eiern losgeht. Der Jüngere und oftmals geschwindigkeitsmäßig oder erfahrungsmäßig noch etwas Unterlegenere, geht bei Wahrnehmung seiner Schwäche und Furcht vor geringer ‚Eierernte’ oftmals dazu über, ein großes Wehklagen zu starten, was den Größeren aber nicht so tangiert.  Eher die Eltern.
Ab Jahr vier dann die Aussage: der Osterhase hat sich das so gedacht, dass alle suchen, alles in ein großes Körbchen kommt und es dann gerecht aufgeteilt wird. Denn, Herrschaften, der Osterhase ist von Natur aus fair. Basta. Ausnahme: eingewickelte Geschenkchen, auf denen bereits ein Name steht. Den weiß der Osterhase selbstverständlich! Und zwar von jedem Kind! Diese Präsente dürfen natürlich gleich behalten werden.
Es wird übrigens morgens früh gesucht, was einmal dem Drang des Nachwuchses entgegenkommt und außerdem davor schützt, dass die Eier nur noch Suppe sind (Sonne!).
Sind trotz Lageplan, Gedächtnisleistung und Supernase des Nachwuchses trotzdem Sachen ‚liegengeblieben’, ist die Freude in den nächsten Tagen immer ziemlich groß. Kinder, die wenig Lust verspüren, noch mal nach draußen zum Spielen zu gehen, kann man mit dem Hinweis „vielleicht habt ihr noch etwas übersehen“, relativ schnell in Schuhe und Jacke kriegen. Ich habe auch schon erneut zwei Eier versteckt, damit was zu finden da war.

Ich merke schon, ich gerate hier wieder ins Erzählen. Aber es ist so entspannend. Vielleicht habt ihr Lust zu lesen und erkennt manches wieder.

Ich muss mich jetzt sputen. Tisch decken, Torte schneiden und die Sahne fest bekommen. Inzwischen ist es nicht mehr ein Stündchen, sondern es bleiben noch 25 min. Also hurtig.

Frohe Ostern euch allen! Habt einen schönen Tag!

...und zwischendurch etwas Generelles

Es gibt von Zeit zu Zeit Fragen an mich.
Weniger über die offizielle Kommentarfunktion hier bei Posterous, als vielmehr über Twitter in Form von Direktnachrichten oder als Mail, soweit eben dieser Kontakt besteht.  Die Fragen betreffen mein Twitter-Folgeverhalten, und sie betreffen den Blog selbst. Ich bevorzuge die Bezeichnung ‚der Blog’, auch wenn ‚das Blog’ wohl auf Platz 1 im Duden steht (vor der männlichen Form).

Es wird sich erkundigt, ob ich bestimmte Themen noch einmal aufgreife, ob ich es tatsächlich erlebte, es gibt Rückmeldung mit eigenen Erlebnissen, die wieder in die Erinnerung zurückkehrten. Das finde ich sehr schön, behaltet es - wenn ihr möchtet - gern bei, andererseits habe ich auch nichts dagegen, wenn über die Kommentarfunktion ein Thema breiter öffentlich diskutiert wird.
Die Dinge, die ich schreibe, habe ich erlebt. Es ist allerdings immer meine ureigenste Wahrnehmung. Ich dichte nichts dazu, aber ich interpretiere vielleicht anders, weil ich auf meine eigene Art beobachte. Fragt ihr jemanden, der daneben war, werden andere Details der Geschichte vielleicht den Schwerpunkt bilden, oder eventuell auch eine neue Geschichte daraus machen.
Manche Themen sind mit der Erzählung abgehakt. Das Ereignis ist eben vorbei. Andere werde ich mit Sicherheit wieder aufgreifen. Menschen, die ich wiedertreffe,  kommen ebenso vor wie Themen, die mich einfach berühren oder die ich teilen möchte. Ja, auch der Garten wird weiter dran sein, und ich kann verraten, dass es nicht nur so sein wird, dass ich euch erzähle, welche Tipps nicht funktionieren (Wühlmäuse loswerden), sondern es wird bald auch einen Blogpost mit etwas nützlicheren Einzelheiten geben. Sobald ich Zeit habe und etwas zur Ruhe gekommen bin.
In den letzten Tagen kamen Rückfragen, warum ich noch nicht wieder neu gebloggt hätte. Dazu nehme ich heute hier Stellung:

Blogabstinenz (bei mir) ist oft kein gutes Zeichen. Meistens bedeutet es, dass Zeitdruck da war, generell Zeitnot herrschte oder aber auch, dass das, was passierte, schlichtweg bloguntauglich ist. Zu vertraulich, zu deprimierend, zu blöd…
Es wäre  doch auch todlangweilig, wenn der Blog vorrangig ein Lamentierportal wäre  – was andererseits aber absolut nicht bedeutet, dass hier nicht auch ernstere Themen oder der ein oder andere Seufzer auftreten können! Das ist schon passiert  - und zwar mehr als einmal. Kann sein, dass dies mehr in Form der Boos geschieht. Dort schleichen sich Stimmungen leichter ein als in mehrmals durchgegangenen Texten.
Der Boo (und auch hier bevorzuge ich wieder die männliche Form – einfach weil es dem deutschen Empfinden entspricht), ist als Grundthema im Kopf, die ein oder andere notwendige Recherche wurde vielleicht vorher erledigt, dann geht das Mikro an, und es kommt, wie es kommt. Eine Notiz zur Erinnerung -  mehr nicht, alles andere ist augenblickliches Empfinden. 
Ein oder zwei Boos der frühen Sorte, die ich damals noch über Audioboo gepostet habe, waren vorbereitet, dementsprechend durchdacht (Gedichtform) und vorformuliert, doch seit dem Einrichten dieses Blogs, ziehe ich es vor, ganz klar in Geschichten/Gedichte mit Audioversion (Podcast) und spontane Boos zu unterteilen. Diese Boos versuche ich regelmäßig freitags hier zu veröffentlichen. Wie ein wiederkehrendes Ritual. Mir gefällt einfach der Gedanke, euch hier kontinuierlich anzutreffen und einen kleinen Plausch mit euch abzuhalten.

Das Twitter-Folgeverhalten hatte ich bereits in einem Boo näher erklärt. Wer erst später hinzugekommen ist, kann es hier finden (Freitags-Boo: In eigener Sache http://t.co/cQ4QZY2

Soweit das Generelle. Hat es eure Fragen beantwortet? Falls ich etwas vergessen habe, sprecht mich gerne an.

Bis zum nächsten regulären Blogpost wünsche ich euch alles Gute.

Freitags-Boo: Betont anders ...

Ich habe mich rar gemacht letzte Woche. Das heißt aber nicht, dass auch der Freitags-Boo dem zum Opfer fallen muss. Heute etwas für Zuhörer, die auch 'verhunzte' Worte (betonungsmäßig) noch erkennen.
Ansonsten die Ankündigung, dass ich versuche, bald wieder zu bloggen u. falls dies nicht mehr rechtzeitig zu Ostern klappt, dann wünsche ich euch hiermit frohe Feiertage.

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